Hotel-Test: Hotel Radisson Blue Resort in Swinemünde

Das Radisson Blue Resort Swinemünde im Check

Hotel Radisson Blue Swinemünde Usedom


Mitte 2017 war es soweit. Auf der Insel Usedom sollte das vierte 5 Sterne Hotel eröffnen, diesmal jedoch auf der polnischen Seite. Das Radisson Blue Resort in Swinemünde begrüßte im Sommer seine ersten Gäste. Da während der ersten Monate nach einer Neueröffnung häufig noch kleineren Probleme auftreten, was auch aus einigen Gästebewertungen hervorging, wollten wir uns noch ein wenig Zeit mit einem ersten Check lassen. Das Hotel befindet sich am Ende der Promenade direkt vor den Dünen und der Ostsee. Neben dem Hotel wird aber weiter gebaut, wodurch auch in den nächsten Monaten oder vielleicht auch Jahren mit Baulärm gerechnet werden muss. Etwa ein halbes Jahr nach der Eröffnung des 5 Sterne Radisson Blue Resort in Swinemünde ging es für uns zum Check-in, der grundsätzlich ab 15 Uhr möglich ist. Hier fiel positiv auf, dass alle Mitarbeiter ein recht gutes Deutsch sprachen. Der Check-in der jungen Damen neben uns verlief jedoch etwas ausführlicher. Sie bekamen beispielsweise Informationen zum Restaurant und zum Fitnessbereich. Auch mussten wir gleich bezahlen, was vielleicht daran lag, dass wir nur eine Nacht gebucht hatten. Im Preis von günstigen 85 Euro vom Samstag zum Sonntag war eine Übernachtung im Comfort Doppelzimmer, das Frühstück und die Nutzung des angeschlossenen Aquaparks für eine Stunde am Tag inbegriffen. In der ganz schwachen Reisezeit war das Zimmer unter der Woche sogar für unter 80 Euro zu haben. Gegen eine Parkgebühr von 20 Euro am Tag kann man sein Auto in der Tiefgarage abstellen. Wer hier sparen möchte, kann aber auch in einer der umliegenden Nebenstraßen kostenlos parken. Das Zimmer machte einen modernen und wertigen Eindruck, so wie man es von einem 5 Sterne Hotel erwarten darf. Im ganzen Haus steht den Gästen ein zügiges WLAN (offen, ohne Passwort) zur Verfügung. Im Zimmer sind zudem LAN-Anschlüsse sowie mehrere USB-Anschlüsse vorhanden. Das Hotel-Menü im WLAN steht trotz der vielen deutschen Gäste nur auf Englisch und Polnisch zur Verfügung. Das Menü vom großen Fernseher in polnisch wird da schon zur echten Hürde. Nach einigen Versuchen gelang es uns zumindest das Internet beim Fernseher zu starten. Die Steuerung erfolgt mit der Fernbedienung, die auch die Funktion der Maus übernimmt. Eine Umstellung der Sprache in Deutsch oder Englisch gelang uns nicht. Eine Beschreibung war im Zimmer nicht zu finden. Unterschiedliche Lampen im Zimmer ermöglichen eine individuelle Beleuchtung. Die Minibar weist die üblichen Snacks und Getränke auf (alkoholfreie Getränke in Dosen - z.B. Coca Cola 0,33 l für etwa 3,60 Euro) und ein Wasserkocher mit Tee ist ebenfalls vorhanden. Besonders prakisch ist das vorhanden Bügelbrett und Bügeleisen im Schrank, womit man sich im Bedarfsfall schnell selber helfen kann. Das Bad macht einen guten ersten Eindruck, mit großer Dusche und großen Spiegeln. Hier findet man eine wertige Ausstattung von Grohe, Duravit und Villeroy & Boch. Der Handtuchheizkörper lässt sich elektronisch regeln, die Lautsträrke der integrierten Boxen ist im Bad regelbar und für den Notfall gibt es auch ein Telefon (natürlich kann man auch etwas zu Essen bestellen, wenn man auf der Toilette Hunger bekommt). Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass der Handtuchheizkörper keine Chance gegen die Klimaanlage hatte. Da es einen guten Spalt unter der Badtür gibt, kann ständig kühlere Luft nachströmen und das Bad wird nicht wirklich warm. Wir vermissten zudem die gute Fußbodenheizung aus unserem Heim. Die Karte vom Room Service (auch nur in Polnisch und Englisch) bietet übrigens eine gute Auswahl an Gerichten, so z.B. Hähnchen Curry mit Gemüse und Basmati Reis für 39 Zloty, was knapp 10 Euro entspricht. Das Zimmer machte insgesamt einen sehr sauberen Eindruck, im Bad ein Haar beim WC und eins vor der Dusche sind zwar nicht so schön, können aber durchaus auch mal passieren. Die Fliesen in der Dusche wurden aber anscheinend stumpf geschliffen oder es gibt ein ganz neues Design. Ich fürchte, dass hier etwas schief gelaufen ist, denn auch Schleifspuren in der Duschwanne und Silikonrückstände neben dem Waschtisch lassen eine unsachgemäße Behandlung zum Abschluss der Bauphase vermuten. Hier ist für das Hotel zu hoffen, dass dieses Bad eine Ausnahme ist. Diese Dinge sollte für den Gast aber nicht wirklich ins Gewicht fallen, da sie nicht auffällig sind. Die Restaurants "The Larder Restaurant" und"Oyster Restauarnt" sowie die Lobby Bar hatten wir nicht getestet. Dieses befinden sich im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss. In der 13. Etage gibt es auf der Dachterrasse das Horizon Café, das gerade im Sommer mit dem vorgelagerten Pool sehr gut frequentiert sein dürfte. Im Kellergeschoss ist der Zugang zum Aquapark Swinemünde, der von 8 bis 22 Uhr geöffnet ist. Dieser bietet neben einem Kinderbereich und Wasserrutschen auch ein Schwimmbecken und ein spezielles Becken mit Gefälle und Gegenstromanlage, wo mit Waveboards gesurft werden kann. Den Aquapark haben wir extra am Sonntagmorgen getestet, um dem großen Trubel aus dem Weg zu gehen. Gegen 9 Uhr waren kaum Gäste dort. Es ist alles recht gut überschaubar und es sind zahlreiche Bademeister dort, die das Geschehen beobachten. Die Nutzung der Surf-Anlage kostet extra - 200 Zloty für 15 Minuten. Die Umkleideräume (für externe Gäste) und die Duschen machen zudem einen sauberen Eindruck. Musik gibt es zur Unterhaltung schon unter der Dusche. Ebenfalls im Kellergeschoss ist ein gut ausgestatteter Fitnessraum und der "Salt Club", wo auch zwei Billardtische zu finden sind. Für das Kellergeschoss wird auch Bowling, Kids Club und Hais Studio ausgewiesen, welche wir jedoch in der Kürze nicht gesehen haben. In der Lobby, auf den Etagen und in den Fahrstühlen sind Monitore mit Informationen vorhanden. Diese können dort auch mal in Deutsch abgerufen werden. Interessant fanden wir den Eiswürfelspender auf der Etage. Ein entsprechendes Behältnis mit Zange ist im Zimmer vorhanden. Nach der Nacht gab es weitere Erkenntnisse zum Zimmer. In den Betten konnten wir gut schlafen. Diese weisen eine angenehmen Härtegrad auf. Ein gutes Boxspringbett wäre aber sicherlich noch mal eine Klasse besser. Das Bettzeug ist aus Synthetik und damit sicherlich die beste Wahl, wenn man die zunehmende Zahl an Allergikern berücksichtigen möchte. Die zwei Kissen pro Person wiesen zudem eine unterschiedliche Festigkeit auf, was sehr sinnvoll ist. Die Zimmer selbst scheinen etwas hellhötig zu sein. Nachdem wir zu Bett gingen, hörte man andere Gäste im Nebenzimmer oder über uns erzählen und auch die Schritte, wenn jemand hin und her ging. Hier wurde eventuell an der Trittschalldämmung gespart. Da die Klimaanlage permanent die Temperatur reguliert fühlte es sich im Zimmer immer etwas kühler an, als angegeben. Am Morgen ging es zum Frühstück, wo man uns auch auf Deutsch am Eingang des Saals begrüßte. An den Kaffeeautomaten und den wenigen Beschriftungen auf dem Buffet war dann wieder Polnisch angesagt. Die zwei Buffets waren nett hergerichtet und boten eine gute Auswahl. Interessant waren Bienenwaben, aus denen der Honig lief, aber den gab es zusätzlich in einem Töpfchen bzw. einzeln abgepackt. Die nette Kellnerin fragte auf Deutsch, ob wir Omelett oder Prosecco möchten. Es schienen zudem genug Mitarbeiter da zu sein, um auch ein zügiges Abräumen bei hohem Gästeaufkommen zu ermöglichen. Auf den Tischen waren hellgrüne Einweg-Platzdeckchen und die billigsten Servietten, die es gibt. Dies entspricht definitv nicht einem 5-Sterne-Hotel. Die Lounge-Musik im Hintergrund schien etwa laut zu sein. Es waren aber noch nicht viele Gäste beim Frühstück und so könnte sich das bei einem vollen Saal mit höherem Geräuschpegel schon wieder relativieren. Beim Frühstück hatte man den Eindruck, dass fast nur deutsche Gäste im Haus waren. Es waren vermutlich aber doch nur etwa 80 Prozent. Darauf hatte sich Radisson bei der Planung wohl nicht eingestellt, trotz der etwa 5 Kilometer bis zur Deutschen Grenze. Der Check-out musste bis 11 Uhr erfolgen. Dieser wurde auch recht schnell von einer kompetenten Mitarbeiterin des Hauses abgewickelt.

Fazit: Das Radisson Blue Resort in Swinemünde ist ein stylisches 5-Sterne-Hotel in einer top Lage mit ein paar Highlights, wie dem Aquapark. Für Familien ist das Hotel aus unserer Sicht eher zu empfehlen als für Paare. Letztere treffen mit dem einen oder anderen 4 Sterne Superior Hotel in den Kaiserbädern vermutlich die bessere Wahl. Im Winter könnten aber gerade die günstigen Preise bei den einfachen Zimmern zum überzeugenden Argument werden. Qualitativ sieht es bei der Konkurrenz auf deutscher Seite schon mal besser aus, denn einige Dinge sind bei diesem neuen Hotel nicht ganz so gut durchdacht worden. Insgesamt ist das Radisson Blue Resort Swinemünde zu empfehlen, wenn man bei den beschriebenen Punkten Abstriche machen kann. Es gibt aber aus unserer Sicht auf der Insel Usedom Hotels, die insgesamt ein besseres Urlaubserlebnis bieten.